Johann Trüdinger, Spezialist für Baufinanzierungen bei der Kreissparkasse Augsburg

So sparen Sie beim Einbruchschutz Geld

Einbruchschutz hat seinen Preis. Allein ein einbruchhemmendes Fenster kann schnell einige hundert Euro kosten. Sichere Türen schlagen nicht selten mit Preisen von mehr als 1000 Euro zu Buche. Doch es gibt eine gute Nachricht für Immobilienbesitzer und Mieter: „Sie werden bei diesem Thema nicht alleine gelassen“, so Johann Trüdinger, Spezialist für Baufinanzierungen bei der Kreissparkasse Augsburg. Er kennt sich aus mit Fördermitteln und weiß: Der Staat unterstützt Investitionen in den Einbruchschutz mit zinsgünstigen Darlehen und Direktzuschüssen. Wann und in welcher Höhe erklärt Trüdinger in unserem Frage-und-Antwort-Stück.

So sparen Sie beim Einbruchschutz Geld

Einbruchschutz hat seinen Preis. Allein ein einbruchhemmendes Fenster kann schnell einige hundert Euro kosten. Sichere Türen schlagen nicht selten mit Preisen von mehr als 1000 Euro zu Buche. Doch es gibt eine gute Nachricht für Immobilienbesitzer und Mieter: „Sie werden bei diesem Thema nicht alleine gelassen“, so Johann Trüdinger, Spezialist für Baufinanzierungen bei der Kreissparkasse Augsburg. Er kennt sich aus mit Fördermitteln und weiß: Der Staat unterstützt Investitionen in den Einbruchschutz mit zinsgünstigen Darlehen und Direktzuschüssen. Wann und in welcher Höhe erklärt Trüdinger in unserem Frage-und-Antwort-Stück.

Johann Trüdinger, Spezialist für Baufinanzierungen bei der Kreissparkasse Augsburg

Welche Maßnahmen werden konkret gefördert?

Wer in die Sicherheit der Fenster investiert, kann auf Zuschüsse aus dem KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ setzen, erläutert der Experte der Kreissparkasse. Dieses Programm umfasst die Förderung neuer, einbruchhemmender Fenster oder die Nachrüstung bestehender Fenster, ebenso die Installation von Rollläden oder Fenstergittern.

Auch aus dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ gibt es Zuschüsse für neue Fenster, sofern diese nicht nur einbruchhemmend, sondern auch energetisch besser sind. Trüdinger weist allerdings darauf hin: „Um an diese Gelder zu kommen, ist im Vorfeld eine kostenpflichtige Energiefachberatung erforderlich.“ Der Experte weiß aus Erfahrung, dass viele Kunden diese Investitionen scheuten.

Für den Einbau einbruchhemmender Türen, sowie die Nachrüstung z.B. mit Mehrfachverriegelungen und Zusatzschlössern, gibt es Gelder aus dem Programm zum altersgerechten Umbauen. Zuschüsse für Systeme zur Einbruch- und Überfallmeldung (EMA/ÜMA), für Bewegungsmelder, den nachträglichen Einbau von elektrischen Antriebssystemen bei Rollläden sowie die Beleuchtung des Eingangsbereichs und den Einbau von Türspionen, Türkommunikation und Gegensprechanlagen sind ebenso vorgesehen.

Bekomme ich Zuschüsse aus diesen Programmen auch dann, wenn ich nur in den Einbruchschutz investiere? Oder muss ich gleichzeitig sanieren oder altersgerecht umbauen?

Bei dem Programm „Altersgerecht Umbauen“ werden auch Einzelmaßnahmen zum Einbruchschutz gefördert, betont Kreissparkassen-Experte Trüdinger. Die Zuschüsse erhöhen sich jedoch bei diesem KfW-Programm bei einem Kombiantrag deutlich. Außerdem müssen mindestens 2.000 Euro investiert werden, um überhaupt einen Investitionszuschuss zu erhalten. Ein neues Türschloss oder ein einbruchhemmendes Fenster allein reichen also nicht aus, um eine Förderung zu bekommen. Deswegen ist es sinnvoll, im Einzelfall andere Maßnahmen, z.B. im Bereich der Barrierereduzierung, in das Gesamtprojekt mit einzubeziehen. Dabei sollten sich gerade jüngere Immobilienbesitzer von der Bezeichnung „Altersgerecht Umbauen“ nicht abschrecken lassen, sagt Trüdinger. Es gehe hier vor allem ums Bauen mit Weitblick. Auch die Schaffung eines Unterstellplatzes für einen Kinderwagen oder ein neues Bad zählen hierzu.

Für Fördergelder aus dem Programm „Energieeffizient Sanieren“ ist es zwingend erforderlich, dass die Einbruchschutzmaßnahme auch einen energetischen Mehrwert mit sich bringt, dass das neue Fenster also nicht nur sicherer, sondern auch dichter ist.

Wie hoch ist die Förderung?

Wer seine Wohnung oder sein Haus gegen Einbruch sichern möchte, kann im Rahmen des Programms „Altersgerecht Umbauen“ auf einen Investitionszuschuss in Höhe von zehn Prozent der förderfähigen Kosten hoffen – maximal 1.500 Euro. Werden diese Maßnahmen mit einem barrierefreien Umbau der Immobilie verbunden, kann zusätzlich ein Zuschuss von bis zu 6.250 Euro beantragt werden. Alternativ ist für einen größeren Investitionsumfang ein zinsgünstiger Kredit von bis zu 50.000 Euro möglich.

Werden zusätzlich zum Einbruchschutz Maßnahmen zur energetischen Gebäudesanierung umgesetzt, dann sind Zuschüsse von bis zu 30.000 Euro oder ein Förderdarlehen von bis zu 100.000 Euro möglich. Um an diese Fördermittel zu kommen, ist eine energetische, unabhängige Fachberatung notwendig.

Kann ich auch als Mieter eine Förderung bekommen?

Auf jeden Fall. Zuschüsse gibt es für private Mieter und Eigentümer.

Warum lohnt es sich bei Investitionen in den Einbruchschutz den Rat eines Bankexperten einzuholen?

Es gibt Direktzuschüsse, KfW-Darlehen oder günstige Privatkredite. Nur: Welche Förderung oder Finanzierung ist im Einzelfall die Richtige? „Wir als Experten haben den Überblick und können Sie beraten, wie Sie je nach Umfang und Art Ihres Vorhabens die größtmögliche staatliche Unterstützung für ihren Einbruchschutz erhalten“, sagt Trüdinger. Manchmal mache es Sinn, größer zu denken und den Einbruchschutz in eine Gesamtmaßnahme, zum Beispiel den altersgerechten Umbau und/oder eine energetische Sanierung der Immobilie, einzubinden. Manchmal kommt man mit einem günstigen Privatkredit am schnellsten ans Ziel. „Unser Tipp: Holen Sie sich auf jeden Fall Rat vom Experten“, so Trüdinger.

Wie beantrage ich eine Förderung meiner Einbruchschutzmaßnahme?

Die Experten der Bank ermitteln, welche Förderdarlehen im Einzelfall optimal sind und leiten die entsprechenden Anträge in die Wege. Direktzuschüsse können über ein Formular auf der Webseite der KfW-Bank beantragt werden.

Wann beantrage ich die Förderung?

Auf jeden Fall vor Baubeginn. „Ist die Maßnahme zum Einbruchschutz bereits umgesetzt, ist eine Förderung nicht mehr möglich“, warnt Kreissparkassen-Experte Johann Trüdinger. Der erste Schritt sollte daher auf jeden Fall der Weg zur Bank sein. Wer bereits konkrete Vorstellungen hat, welche Schutzmaßnahme umgesetzt werden soll und wie viel dafür investiert werden muss, ist bei den Fördermittel-Spezialisten gut aufgehoben.

Welche Fördervoraussetzungen gelten bei der Umsetzung der Maßnahme?

Voraussetzung für die Förderung ist, dass die Maßnahmen durch ein Fachunternehmen des Handwerks ausgeführt werden. „Ansprechpartner vermittelt jede örtliche Handwerkskammer“, so Trüdingers Tipp. Orientierung gibt zudem das polizeiliche Qualitätssiegel „K-Einbruch“, das speziell zertifizierte Firmen tragen dürfen. Einen Liste aller Unternehmen, die dieses Siegel führen, findet sich auf der Webseite der bayerischen Polizei. Die Kreissparkasse macht sich derzeit stark dafür, dass weitere Handwerker aus der Region sich dafür zertifizieren lassen.

Ist die Förderung zeitlich befristet?

Nein. Allerdings ist der Topf, aus dem die Zuschüsse gezahlt werden, endlich. Insofern gibt es keine Garantie, dass Investitionen in den Einbruchschutz dauerhaft gefördert werden. „Trotzdem sollte man bei diesen Maßnahmen nichts überstürzen“, warnt der Fachmann der Kreissparkasse. „Eine ausführliche Beratung ist das A und O.“

Nimmt die Zahl der Förderungen für Einbruchschutzmaßnahmen zu?

Leider nicht, sagt Johann Trüdinger. Noch nicht. „Gerade deswegen machen wir uns als Kreissparkasse mit unserer Initiative für den Einbruchschutz stark.“ Denn derzeit fehle häufig noch das Bewusstsein, dass man in die Sicherheit genauso selbstverständlich investieren sollte wie in Energieeffizienz oder Barrierefreiheit. Viele würden heute erst aktiv werden, wenn bei ihnen eingebrochen worden sei oder sie einen Einbruchsversuch feststellten. „Dabei sind die Bedingungen, um vorzubeugen, derzeit ideal“, so Trüdinger.